21 Facts about me, Juli 2016

21
  1. Ich freue mich, dass nun der zweite Monat mit 21 am 21. ist
  2. Ich freue mich, dass Ferien sind
  3. Ich werde insgesamt 3 Wochen unterwegs sein
  4. Meinen großen Ferientraum, eine Kanureise durch Schweden, konnte ich mir diese Ferien allerdings nicht erfüllen
  5. Ich bin schon ein bisschen wehmütig, dass dies die letzten Sommerferien meines Lebens sein werden, bevor es zum Studium geht
  6. Ich freue mich schon aufs Studium
  7. Ich nutze deutlich zu viele Ichs
  8. Meine Hunde sind meine Lieblingstiere
  9. Der eine Hund mag keine anderen Hund- außer den anderen
  10. Der mag allerdings am liebsten das Sofa
  11. Als wir unser Sofa gekauft haben, haben mein Bruder und ich uns in dem riesigen Möbelhaus verlaufen und uns waren schließlich so müde, dass wir uns in ein Bett gelegt haben und geschlafen.
  12. Mit 7 habe ich mich beim Weihnachtsspaziergang im Wald verlaufen und es hat mich niemand gefunden. Die Polizei musste mit einem Hubschrauber kommen und am Ende hat mich dann eine alte Frau gefunden
  13. Mit der Frau schreibe ich noch regelmäßig Briefe
  14. Sonst mag ich Briefe schreiben allerdings gar nicht, obwohl ich eigentlich eine schöne, ordentliche Schrift habe
  15. Generell ist mir Ordnung sehr wichtig
  16. Genauso wie Planungen – ich liebe es zu planen
  17. Am liebsten plane ich meine Zukunft. Das beruhigt mich, weil mir die Zukunft dann nicht wie ein großes schwarzes Loch erscheint.

Warum ich keinen Alkohol trinke

Bier

Ort: Facebookgruppe unserer Stufe

Personen: Die ganze Stufe (aufgebracht)

Problem: Die Getränke auf der Vorabifeier

Unsere Stufe ist eigentlich harmonisch. Die Betonung liegt allerdings auf eigentlich.

Geht es nämlich um dieses eine bestimmte Thema, gehen die Gemüter von 0 auf 100 in 1,2 Sekunden. Da könnte sich so manches Autohersteller mal bei uns erkunden, wie so was funktioniert.

Neustes Streitthema: Das Special.

Ja, genau, das Special. Als Johanna in der Gruppe die Umfrage erstellt hätte, ob wir auf unserer Vorabifeier (hallo? Wir machen in einem Jahr Abi. Feiern kann man ja wohl nachher. Oder was genau ist der Sinn einer Vorabifeier? Kann mir das vielleicht mal einer erklären?) gerne ein Tequilaspecial oder Saurenspecial hätten, schwirrten bei mir nur Fragezeichen im Kopf herum. Von Tequila hatte ich dank Greys Anatomy schonmal was gehört. Aber Sauren? Ich weiß es immer noch nicht. Genau so wenig wie, was das Special überhaupt ist. Um es kurz zu machen: Ich war noch nie auf einer Feier, noch nie in einer Disko, habe noch nie in meinem Leben Alkohol getrunken. Ich weiß, ich bin ein Langweiler. Die Frage, ob ich gerne „mal was trinken“ gehen will, verneine ich, meistens wird das akzeptiert.

Aber nur von meinen Freunden.
Andere schauen mich nur komisch an und schütteln mit dem Kopf. Und bezeichnen mich als „Langweiler“.Und für diese anderen möchte ich hier gerne meine 5 Gründe aufzählen, weshalb ich keinen Alkohol trinke und auch nie trinken werde:

1.) Ich möchte Kontrolle über mein eigenes Leben haben

Manche Menschen finden dieses Gefühl, nicht mehr sich selbst zu sein, toll. Ich glaube, dieses Menschen sind einfach nur unzufrieden mit ihrem Leben und wollen diesem entfliehen. Ich mag mein Leben. Und das schönste daran? Dass ich selbst entscheiden kann, was daraus wird und wie ich mich verhalte. Keine Kontrolle über das, was ich tue, ist weder eine Entschuldigung für mich noch eine Erklärung für andere.

2.) Alkohol ist Nervengift

Das lässt sich einfach nicht schönreden. Eigentlich so wie mit Kaffee. Wie kann etwas, dass Kindern unter 16, in anderen Ländern sogar Menschen unter 21, verboten ist, dann plötzlich gesund sein? Wechselt sich bei deutschen Kindern mit 16 Jahren das Gehirn auf einmal plötzlich aus? Und bei Amerikanern mit 21? Alkohol zerstört Nerven, Gehirnzellen und Freundschaften. Ist nunmal Fakt.

3.) Es ist teuer

Wenn eine Sache nicht zu diskutieren ist, ist es diese. Wasser ist nunmal deutlich günstiger. Und wer es mit Geschmack mag: Auch Säfte kosten nicht die Welt.

4.) Du bist leistungsstärker und lebst länger

Und damit meine ich nicht nur sportlich, sondern auch schulisch. Absoluter Abtöner: Leute, die Montagmorgens noch ihren Restrausch rauslassen. Oder gar nicht mehr erscheinen.

5.) Es wird auch Leute geben, die das gar nicht so schlimm finden

Normalerweise mache ich die Gesellschaft für nichts verantwortlich, da jeder sein eigenes Leben leben sollte- aber hier liegt es wirklich an der Gesellschaft. Uns Jugendlichen wird schon mit 10 oder 11 Jahren propagiert, dass man „erwachsen“ ist, sobald man Alkohol trinkt. Das ist schließlich einer der ersten Dinge, die Erwachsenen vorbehalten sind, die man als pickeliges Pubertier ausprobieren darf. Auch und gerade von unserer Elterngeneration, die es eigentlich besser wissen sollte. Aber irgendwo gibt es auch Leute, die ebenfalls kein Alkohol trinken. Und wo die Besoffenen dann „ekelhaft“ und“komisch“ sind.

Ich verstehe natürlich, dass jetzt Menschen mit „ein Gläschen schadet“ nicht kommentieren wollen. Menschen, welche sich für das Konsumieren von Alkohol entschieden haben, werden wohl auch ihre Gründe dafür haben und sind damit leider „die Normalos“. Aber junge Menschen, welche sich differenziert mit der Alkoholfrage auseinander setzen wollen, können meine Punkte vielleicht nachvollziehen. Und sich dann überlegen, doch keinen Alkohol zu trinken. Zumindest jetzt noch nicht.

 

Das perfekte Referat oder ein Interview mit Lessing

Lessing

Auf meinen Blogeintrag „5 Tipps wie du in der Schule besser wirst“ (https://ausdemlebenseinesteenagers.wordpress.com/2016/04/07/5-tipps-wie-du-in-der-schule-besser-wirst/) habe ich die Frage erhalten, wie ich Referate mache. Und dazu möchte ich euch nur sagen: Seid kreativ. Ich gebe euch hier mein Referat über Lessing mit. Ich habe einfach mit einer Freundin ein Interview mit Lessing geführt. Eine 1 war uns sicher, die Mitschüler haben trotzdem geschnarcht  , aufmerksam zugehört und auch uns hat die Erstellung viel Spaß gemacht. Alternativ zu Interview könnt ihr auch Videos mit einbinden, Gegenstände mitbringen, einen typischen Tanz tanzen…eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ich hoffe, dieses Interview gefällt euch!

 

Guten Tag Herr Lessing!

 

Guten Tag!

Wie sie wissen, wollen wir mit Ihnen heute über ihr Leben und ihre Bedeutung in der Entwicklung des Theaters sprechen. Und die ist ja nicht gering. Aber erzählen Sie erstmal über ihre Kindheit! Sie wurden am 22. Januar 1729 in Kamenz als drittes von zwölf Kindern geboren, von ihren Geschwistern starben allerdings fünf, sodass Sie der Älteste im Haus waren und insgesamt sechs Geschwister hatten. Wie war das Verhältnis innerhalb Ihrer Familie?

Nun ja, ich würde es als normal bezeichnen. Mit meinen Geschwistern pflege ich nun wenig Kontakt, mit meinen Eltern stehe ich in regem Kontakt. Mein Vater, Johann, ist Pfarrer und Autor von Kirchenbüchern, meine Mutter, Justine, die Tochter des Amtsvorgängers meines Vaters. Durch diese kirchlichen Verhältnisse wurde ich natürlich sehr streng und rabiat erzogen.

Rabiat? 

Mein Vater hat noch nie gut mit sich diskutieren lassen. In Glaubensfragen aber, ist es ihm besonders wichtig, dass nur seine Meinung existiert. Da konnte er ziemlich sturr sein, und so einige Male habe ich mich mit ihm da auch angelegt.

Also waren Sie ein sehr aufgeweckter Junge? 

Ja, ich denke, dass man es sehr gut so bezeichnen kann. Ich galt meine Jugendzeit lang zwar als sehr intelligent und begabt, aber auch als schwer erziehbar und hibbelig. Und das, obwohl mein Vater so viel Wert auf Erziehung legte! Ich wurde zwar erst mit zwölf Jahren auf eine Lateinschule eingeschult, konnte aber schon lange vorher Griechisch, Französisch, Latein und Englisch. Das ist zum großen Teil der Verdienst meines Vaters.

Und was machten Sie dann nach der Schule? Machten Sie an der Lateinschule einen Abschluss? 

Nein, mit 16 Jahren wechselte ich auf die Fürstenschule St. Afra in Meißen, ein Internat. Eigentlich sollte man dann auch meinen, dass ich als priveligierter Internatsschüler endlich Benehmen gelernt hätte, dem war aber nicht so: Ich erinnere mich noch genaustens an einen Lehrer, der in mein Zeugnis schrieb: „Er wird ermahnt, sein angenehmes Äußeres nicht durch vorlautes freches Benehmen zu beflecken.“ Und dennoch waren die Jahre dort die wenigen, in denen ich wirklich glücklich war. Dort habe ich mich auch mit verschiedenen Dingen wie Tanzen, Fechten und Reiten beschäftigt. Doch noch immer konnte ich mich nicht für Theologie interessieren, egal, wie sehr mein Vater mich drängte.

Ihr Vater wollte Sie also zum Pastor machen?

Ja, er wünschte sich sehr, dass ich ein würdiger Nachfolger Seines werde. Nachdem ich deshalb aufgrund guter Leistungen frühzeitig meinen Abschluss machte, studierte ich zunächst in Leipzig Theologie. Doch ich merkte schnell, dass ich kein Pastor sein wollen würde, sodass ich das Studium 1748 abbrach, um Medizin zu studieren. Sie können mir glauben- dass war kein leichter Entschluss, mein Vater war zunächst sehr wütend. Ich wechselte auf die Universität in Wittenberg, dort gefiel es mir viel besser und ich fand schnell Anschluss. Nach einer schweren Krankheit allerdings ging ich nur wenige Monate später nach Berlin.

Und an ihre spätere, schriftstellerische Tätigkeit war da noch immer nicht zu denken? 

Oh doch, dort begann ich nämlich, ganze sechs Jahre lang, für die „Vossische Zeitung“ zu schreiben. Nun ja, ich war aber immer noch am studieren. Als ich dann 1752, also vier Jahre nach Beginn meines Studiums, endlich meinen Magister in Wittenberg erreichte, beschloss ich erst mal, mit meinem Freund Christian Winkel, einem Kaufmannssohn, eine mehrjährige Bildungsreise durchzuführen. Doch besonders lange hielten wir leider nicht durch.

Wieso? Wir müssten uns gerade im Jahre 1752 befinden, hing es vielleicht mit dem Siebenjährigen Krieg zusammen? 

Genau, Sie haben Recht. Wir brachen unsere Reise dann in Amsterdam ab. Doch eigentlich hatte das etwas Gutes: Ich veröffentlichte in diesem Jahr „Miß Sara Simpson“.

Darauf wollten wir zu sprechen kommen. Das war ja ihr richtiger Durchbruch, schließlich wurde es in diesem Jahr sogar in Frankfurt an der Oder uraufgeführt. 

Genau, dass war schonein tolles Gefühl gewesen! Danach veröffentlichte ich dann mit ein paar Freunden „Briefe, die neuste Literatur betreffend.“ Das verhalf mir dann zu einem noch höheren Bekanntheitsgrad. Doch von meinen Tätigkeiten konnte ich natürlich nicht leben. Ich nahm 1760 eine Stelle als Sekretär an, bei dem General von Trauentzien in Breslau, kehrte fünf Jahre später dann nach Berlin zurück und schrieb dort dann „Minna von Barnheim“. Ein Jahr später wurde dieses Stück dann in Hamburg aufgeführt. Und nach Hamburg bin ich dann auch gezogen: Eine tolle Stelle als Dramaturg, also Berater, am Nationaltheater wurde mir in Aussicht gestellt, doch drei Jahre später war dieses Pleite und ich damit auch.

Also gingen Sie wieder nach Berlin zum Schreiben? 

Nein, dazu fehlte mir das Geld. Ich nahm eine Stelle als Bibliotekar in Wolfenbüttel an und verlobte mich ein Jahr später mit meiner Frau, Eva Catharina König. Sie war wirkliche eine tolle Frau, und ihr verdanke ich viele tolle Momente und Inspirationen.  So schrieb ich dann auch „Emilia Galotti“. 1775 gab ich also meine Arbeit auf und reiste zu ihren Aufenthaltsorten. 1776 durfte ich sie endlich heiraten! Sie können sich wohl kaum meine Freude vorstellen, aber auch nicht mein Leid: Als Weihnachtsgeschenk gebar meine Eva 1777 unseren Sohn, Traugott, doch er starb nur einen Tag später. Und nur zwei Wochen später starb dann auch noch meine Frau. Ich war am Boden zerstört!

Unser herzliches Beileid! Es ist wirklich schlimm, soetwas erleben zu müssen. Haben Sie sich inzwischen erholt?

Nein, und inzwischen geht es mir auch immer schlechter. Ich habe zwar ein weiteres Theaterstück geschrieben, „Nathan der Weise“ heißt es, Interesse hat aber noch ein Verlag gezeigt. Ich denke nicht, dass ich noch ein weiteres Theaterstück schreiben werde, ich merke langsam, dass meine Zeit auf Erden abgelaufen ist.

Nun, wir hoffen, dass Sie uns noch lange erhalten bleiben! Schließlich sind Sie ein sehr wichtiger Dichter und Denker für das deutsche Theater! 

Es freut mich sehr, dass Sie das so sehen! Schließlich bin ich sehr bemüht, ein neues, bürgerliches Theater einzuführen. Ich finde es mehr als Schade, dass das heutige Theater ein bloße Nachahme des französisches Schauspiels ist. Ich denke, dass die Menschen sich mehr an Aristoleteles Poetik ein Vorbild nehmen sollten, natürlich bis auf die Tatsache der Trauer: Nun seien wir ehrlich: Wir sind traurig, ergeht es anderen schlecht: Mitleid ist das Mittel, dessen sich jeden Autor bedienen sollte. Ich denke, dass die Theatergruppe der Caroline Neuberer dieses sehr gut darstellt. Ich hoffe, dass dieses auch unserer Zuschauer begreifen.

Nun, die mediale Aufmerksamkeit lässt dies stark vermuten. 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, etwas über sich zu erzählen!

Bitte! Auf Wiedersehen

Anmerk. der Redaktion:

Leider verstarb Gotthold Ephrahim Lessing am 16.02.1781, also nur drei Wochen nach diesem Gespräch. In der Zwischenzeit schrieb er noch „Die Erziehung des Menschengeschlechts“. Er war schon zum Zeitpunkt dieses Gespräches gesundheitlich angeschlagen.

 

Wie macht irrere Referate erfolgreich und interessant? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Die erste große Liebe, Teil 3

herz

Den Namen des Films werde ich nie vergessen, obwohl ich mir den Film nie wieder angeschaut habe, zu sehr hatte ich Angst vor dem leeren rechten Platz neben mir (einer der wenigen Dinge, die auch wirklich heute so sind. Ist das krank?). Wir sprachen nicht viel, doch die leichten Berührungen unserer Ellebogen reichten aus, um mich in den 7.Himmel zu versetzten, ich hatte Probleme, richtig zu atmen, so flogen die Schmetterlinge in meinem Bauch und meinem ganzen Körper umher. Nach dem Kino schaffte ich es, mit ihm den ganzen Weg zum Dönerladen (Romantik pur!) zu sprechen und war das glücklichste Mädchen der Welt. Danach waren immer meine Freundinnen dabei, seine Freunde, sonst jemand, nie hatten wir Momente, nur mit uns beiden. Mit 13 Jahren begriff ich, dass er sich nie für mich interessieren würde. Es tat weh, aber ich tat das einzig richtige: Ich tat so, als wäre er nur ein Trainingskamerad. Schrieb er mir einen langen Text, antwortete ich mit „Ja“ oder „Nein“. Trafen wir uns, quatsche ich betont viel mit meinen Freunden. Ich würde nicht behaupten, dass ich inzwischen keine Gefühle mehr für ihn habe. Doch, inzwischen habe ich wirklich keine mehr.

Aber, dass ich gelernt habe, mit ihnen umzugehen.

 

 

Sehr poetisch, oder😀 ? Diesen Tag habe ich mit 13 oder 14 Jahren geschrieben und fand ihn   so bemerkenswert, dass ich ihn hier kommentiert veröffentlich habe. Inzwischen habe ich mich -solange ich den besagten Jungen nicht gerade sehe- „entliebt“. Und dennoch habe ich bis vor 2 Jahren täglich so gefühlt und war mir absolut sicher, dass ich definitiv nie in einen anderen Jungen verliebt sein werde. Vielleicht geht es anderen Mädels ja genau so, und denen kann ich nur sagen: Ich bin nicht mehr verliebt. Und nein, ich habe mich nicht nochmal neu verliebt. Aber alles ist besser in jemanden unerreichbaren verliebt zu sein. Oder?

Die erste große Liebe, Teil 2

herz

 

WOW! Vielen Dank für euer Feedback zu dieser doch recht persönlichen Geschichte. Ich war mir zunächst unsicher, ob ich die Geschichte hier wirklich aufschreiben soll, aber ich glaube, dass das eine gute Idee war. Hier kommt nun also Teil 2:

 

Sein Name hat keine Bedeutung. Okay, für mich schon. Aber nicht für dieses Buch(diesen Blog. Den Fakt, dass ich mit 13 Jahren eine Biographie schreiben wollte, ist schon ein bisschen bescheuert, oder?).

Schließlich war er, von dem Moment an, wo ich ihn kennen lernte, immer jemand, der viele Verehrer hatte. Und die waren alle älter als ich. Schließlich war ich erst 11. Und alle meine Freundinnen waren verliebt in ihn. Nicht, dass es eine zugegeben hätte, aber man merkte es. Da stand der Junge, lachend, der Wind mit seinem blonden Haar spielend, mit einem Mädchen. Es waren immer andere. Ein, zweimal stand ich da auch. Es war klar, dass alle diese Mädchen seinem Charme und seinem Aussehen zum Opfer gefallen waren. Doch er machte sich nichts aus den vielen Verehrerinnen, tat so, als würde er denken, dass wir alle „nur“ mit ihm befreundet sein wollten- wenn überhaupt. Er lachte, warf einen Witz ein, hatten für wirklich jede einen Flirtspruch auf den Lippen und verstand es, dass wir alle ihm hinterherliefen, als wäre er der Rattenfänger von Hameln. Würde er einen Ratgeber schreiben, wie man Mädchen verführen kann, wäre er innerhalb von Sekunden Milliadär. Ich hatte bei jedem seiner Worte das Gefühl, gerade auf den Thorn von der Queen von England gehoben worden zu sein. Er war -und tat so einiges dafür- Everybodys Darling. Und ich war das nicht. Ich kam mit eigentlich allen Leuten gut klar, und dennoch mochte ich meine beste Freundin, und dabei noch ein, zwei andere Mädchen, und dann mochte ich meinen Sport und meine Bücher. Und natürlich meine Familie. Ich genoss es, mit den Menschen etwas zu unternehmen- ich hatte aber mindestens genauso viel Spaß, alleine in meinem Zimmer zu sitzen und zu lesen oder zu schreiben (wie gerade jetzt- ihr seht, es hat sich nicht viel verändert). Er schien nie alleine in seinem Zimmer zu sitzen, war auf Partys, flirtete mit Mädchen und berichtete davon ganz nebenbei seinem nächsten Flirt. Ich glaube, er merkte gar nicht, wie sehr er mich mit diesen kleinen, beiläufig gesagten Sätzen verletzte (natürlich merkte er das. Schließlich wollte er ja allen zeigen, dass alle ihn lieben.).

Übel nehmen konnte man es ihm auch nicht, er war ein freier Mensch, ohne besondere Lust, sich an gängige Maßstäbe oder Regeln zu halten. Fast immer erschien er zu Verabredungen zu spät oder gar nicht, um sich nachher stundenlang mit den tollsten Ausreden und Komplimenten zu entschuldigen. Es machte mich unglaublich sauer und traurig, dass er mich nicht beachtete, doch ich konnte nicht von ihm loslassen. (Ich weiß. Mir ist/war nicht mehr zu helfen.) Eine Begegnung mit ihm macht mich besonders traurig, obgleich sie mich in diesem Moment mit Glücksgefühlen beschenkte, die wohl keiner beschreiben kann: Die Weihnachtsfeier meines Vereins, im Kino, ein lustiger Kinofilm, komischerweise war der Junge nur ein wenig zu spät gekommen und perfekterweise hatte ich es geschafft,  einen Platz neben mir freizuhalten, wohin er sich setzte und mich anlächelte.

Die erste große Liebe Teil 1

herz

Als ich meine 21 Facts veröffentlich habe, hat mich folgende Nachricht erreicht:

Hey, tolle Facts. {..} Ich wollte fragen, ob du nicht vielleicht was über die erste Liebe erzählen könntest. Achso, so komisch finde ich {deine Hassliebe} gar nicht😛 VieleGrüße!

Da wollte ich natürlich was erzählen, aber: Ich habe da gar nichts zu erzählen, zumindest zur Zeit noch nicht. Und deshalb habe ich einen alten Text aus dem Jahr 2013 herausgekramt, welchen ich nun kommentiert in drei Folgen verbloggen werde. Um die jetzige Entwicklung zu erfahren, bleibt dran, im dritten Teil bekommt ihr dann noch einen Bericht über die jetzige Entwicklung. Viel Spaß🙂

 

Ich hatte mich nicht besonders für ihn interessiert. Wieso auch? Nein, er war wieder so ein „Supertalent“, welches ebenfalls in meinem Verein war. Hatte zur gleichen Zeit Training, ging aus der Halle, verschwand unter der Dusche, ward bis nächste Woche Mittwoch nicht mehr gesehen. Und, na ja, das war auch nicht unwichtig, er war 15. Ich war 11. Und, na ja, das war ebenfalls nicht ganz unwichtig, er war eine Gruppe über mir und kannte vermutlich noch nicht einmal meinen Namen. Zunächst beachtete ihn nicht, kannte ihn nur als Jungen, den ich in Halle sah und der schon ganz schön gut war. Und der, bei dem meine Mutter sagen pflegte, wenn sie ihm begegnete: „Er ist echt gut. Er wird mal richtig gut. Okay, eigentlich ist er es ja auch schon. Und er ist wirklich nett und süß. Und toll sieht er auch aus. In ein paar Jahren werden ihm die Mädchen garantiert hinterher laufen.“

Oh man, der Junge war 15. Und damals war das für mich ein so unglaublich hohes Alter.

Ich lachte jedesmal. Wirklich? Ein blonder, nasser Junge (zumindest, wenn er aus der Dusche kam)? Was genau sollte auch nur ein Mädchen toll an ihm finden? Ich konnte es mir nicht vorstellen.

Nun ja, jetzt, wo ich diesen Text schreibe, ist schon ein wenig Zeit vergangen.

Und jetzt, wo ich diesen kommentierten Betrag online stelle, noch viel mehr Zeit.

Und ich könnte jedem, der mich danach fragt, erzählen, was ein Mädchen an ihm toll finden sollte. Nein, eigentlich nicht. Also zumindest jetzt nicht mehr.

Und nicht nur das. Bis vor knapp einem Jahr habe ich täglich auf seiner Facebookseite nachgeschaut, was er mit „gefällt mir“ makiert hat (und ja, so einem Womanizer gefällt vieles!), was er kommentiert hat, wo er eine tolle Feier gefeiert hat, wie sein neustes Profilbild aussieht. Ich weiß nicht, ob er mich noch kennt (oder jemals gekannt hat), schließlich hat er fast 1000 Freunde auf Facebook.

Ich glaube schon, schließlich fängt er seit neustem wieder an, mir Nachrichten zu schicken. Und wie ich erst später erfahren habe, war ich nur eins von vielen Mädchen, mit denen er per Handy geschrieben hat. Bis heute bin ich kein Vieltexter, SMS benutze ich eigentlich gar nicht. Nee, Für ihn aber, habe ich Unmengen an Handykosten gehabt, stundenlang träumend auf meinem Bett gelegen, das erste Mal Schminke ausprobiert, das erste Mal überlegt, ob ich zu dick bin, ob mir meine Kleidung steht.

Und das mit der Schminke danach auch nie wieder gemacht (chronische Faulheit)

Und dann, wenn ich ihn sah, fühlte ich mich, als ob ich in Ohnmacht fallen müsste. Ihr ahnt bestimmt, welche Krankheit mich befallen hatte: Ich war schwerstverliebt. Ich möchte eigentlich dieses Kapitel abschließen, zu sehr hat dieser Junge mich verletzt, da er aber -wahrscheinlich, ohne mich zu kennen und ganz bestimmt, ohne eine Ahnung davon zu haben- mehrere Jahre lang mein Lebenmittelpunkt war und einen großen Anteil daran hat, wie mein Leben jetzt ist, muss ich mit ihm anfangen. Und vielleicht auch deswegen, weil ich ihn einfach nicht vergessen kann und mit ihm hier anzufangen, eine Art Selbstheilung ist.

 

Die Fackel der Wahrheit

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„Es ist unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.“

-Georg Christoph Lichtenbergs

Dieser Aphorismus Georg Christoph Lichtenbergs ist meiner Meinung nach einer der wichtigsten Dinge, die der Mathematiker und Schriftsteller je gesagt hat. Und dass, obwohl Lichtenberg beileibe kein unbedeutender Mensch war. Aber vielleicht gerade deshalb besitzt der Satz eine doch tiefergehende Bedeutung.

Lichtenberg war einst der Erfinder des Aphorismus. Die Allegorie „die Fackel der Wahrheit“ zeigt die Bedeutsamkeit der Wahrheit und lässt sie wie ein helles, ja erleuchtendes Licht darstellen. Die Wahrheit als Erleuchtung der Menschheit. Unmöglich sei es, sie durch das enge, beklemmende „Gedränge zu tragen“? Lichtenberg stellt die Wahrheit und das Gedränge, die Lüge, ja die Menschen, als Ausschlusskriterium dar, die Wahrheit zu verbreiten, ohne anderen Menschen nachhaltig zu schaden. Doch stimmt das?

Ich stimme Lichtenberg zu, das Gedränge in dem dunklen, ungemütlichen Tunnel stellt wahrlich keine Förderung der Fackel der Wahrheit dar, auch wenn diese als einzige Lichtquelle dient.

Die Fackel der Wahrheit wird auch so einige Male kurz vor dem Aus stehen, vielleicht wird sie auch wieder angezündet werden. Manche Menschen werden die Fackel direkt angehen, beschimpfen, der Lüge bezichtigen. Die meisten Menschen jedoch werden die Fackel ignorieren, gar nicht beachten. Und geht die Fackel auf dem halben Weg aus, so werden diese Menschen die Fackel nicht einmal bemerkt haben. Und vermutlich ist irgendwo ein Bart, der etwas von der Fackel abbekommt. Auch der geschickteste Führer der Fackel wird dies nicht verhindert können. Doch Lichtenberg soviel die Wahrheit der Fackel bei Lichtenberg auch existiert, das, was diese Fackel am Leben erhält, vielleicht sogar noch größer macht, hat Lichtenberg nicht beachtet:

„Die Wahrheit triumphiert nie- ihre Gegner sterben nur aus.“ (Max Plank)

Ist die Fackel der Wahrheit erstmal durch das dichteste Gedränge gegangen, so wird das Gedränge lichter. Es werden immer noch Bärte gesengt, obwohl die meisten Menschen die Fackel der Wahrheit ignorieren. Die Menschen laufen mit dem Strom, vermutlich auch noch entgegengesetzt der Fackel. Und dann kommt die Fackel und sengt den Bart. Die Menschen schreien, ihr Bart ist nun kürzer, sie fühlen sich ungeschützt, das, was ihr Gesicht vor allem, was anders ist, ist weg. Sie stechen aus der Menge heraus, sehen auf einmal anders aus. Die meisten Menschen werden auch diesen Menschen nicht zuhören, vielleicht werden einige nachfragen, aber nur, warum der Bart gesenkt ist, nicht, von was. Und dann werden Menschen umdrehen. Sie werden nachdenken, sich überlegen, weshalb geraden ihnen der Bart gesenkt worden ist, oder sie werden stolz auf ihre Eigenartigkeit sein und sich über jeden Menschen freuen, der sich ebenfalls den Bart sengen lässt. Denn bedeutet es, sich den Bart sengen zu lassen, wirklich nur, persönlich angegriffen zu werden? Einen Nachteil durch den kurzen Bart zu haben? Oder heißt es auch, von der Wahrheit überzeugt worden zu sein, sich von der Menge nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich zu unterscheiden? Die Gegner sterben aus, weil immer mehr Menschen die Wahrheit glauben. Der Weg der Fackel wird nie vorbei sein, der Tunnel wird nicht enden, doch immer weniger Menschen werden sich noch gegen die Fackel stellen- im Gegenteil, einige werden sich freiwillig den Bart sengen lassen. Natürlich wird bei einigen Menschen der Bart wieder nachwachsen. Doch langfristig sind die Menschen auf die Fackel der Wahrheit angewiesen.

Wie sonst könnte der Gang ausgeleuchtet werden?

Was soll bloß aus mir werden?

Da saß ich wieder einmal. Auf dem Sofa, und seufzte. Dreimal laut.

Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.

-Marie Curie

Habe ich schon mal gesagt, dass ich Marie Curie total cool finde? Sie ist, sorry, war, wirklich cool. Aber dieser Satz ist wirklich absoluter Mist. Sorry, kann man nicht anders sagen.

Bedingt das, was getan worden ist, nicht gerade das, was getan werden muss?

Immer wenn ich dieses Zitat lese, stelle ich mir eine lächelnde Frau (wobei ich gerade extra nochmal gegoogelt habe- ich habe kein einziges Bild gefunden, auf welchem sie lächelt. Wer eins findet, kann es gerne in die Kommentare schreiben!) vor und wie sie an einem Schreibtisch sitzt, um diesen Satz zu schreiben.

Ich bin beileibe keine schlechte Hauptschülerin und ich gehe stark davon aus, mein Abi zu bestehen. Voraussichtlich sogar mit einem flachen 1ser Abi. Ich habe die erste und die neunte Klasse übersprungen, habe 3 Praktikas mit den jeweiligen Bestnoten bestanden und, auch wenn das extrem uncool klingt, mehrere Landeswettbewerbe (ihr wisst schon, diese Olympiaden, wo so komische Nerds sich für das Foto das erste Mal seit 3 Monaten aus dem Chemieraum bewegt haben. Jepp, das bin ich.) gewonnen und/oder vordere Plätze gelebt. Von außen betrachtet bin ich ein Überflieger. Und von innen betrachtet? Ich weiß noch nicht einmal, wo ich hinfliegen soll. Meine Freunde wissen das ganz genau: Eine Ausbildung zur Bankkauffrau, ein Lehramtsstudium und als Nachspeise noch die Juristerei. Diese Sachen, die irgendwie jeder machen will.

Ich träume von einem Medizinstudium. Doch dafür braucht man ein Abitur von 1,0. Mindestens. Oder ordentlich Kohle. Also so richtig Kohle, gerne mal so 20000€ oder mehr im Jahr. Ich bin 12 Jahre zur Schule gegangen, war keinen einzigen Tag arbeiten. Vielleicht wird mein Abitur so gut wie gefordert, vielleicht bin ich in 10 Jahren die erfolgreiche Neurochirurigin, von der ich immer geträumt habe. Dann hätte ich in den letzten Jahren so einige hundert Stunden mehr schlafen können. Höchstwahrscheinlich aber werde ich kein Medizin studieren können.

Und wenn ich es doch kann? Aber nicht in einer Stadt, wo ich meinen Sport ausüben kann? Alle Verwandten lächeln mich nur an, doch das Problem ist ein Fakt:

In einem Jahr werde ich das erste Mal nicht mehr auf den Weg wandeln, den der Staat vorgegeben hat. Krabbelgruppe, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium. Und jetzt? Mein Weg war vorgegeben und jetzt hört der Weg plötzlich auf, er bricht einfach weg. Und jetzt kann ich natürlich die tausend verschiedenen Wege gehen, vielleicht auch sogar wieder umkehren und nochmal neu starten. Doch welcher Weg führt zum Ziel? Und was ist überhaupt das Ziel? Oder anders ausgedrückt:

Was soll bloß aus mir werden?

Die Praktische Prüfung, Führerschein Teil 3

Nach der Beschreibung von dem Führerschein im Allgemeinen und dem theoretischen Teil des Führerscheins kommt nun Teil 3 des „Führerschein-Specials.“

Der Vorteil der Theorieprüfung ist, dass man spicken kann, dass man sich darauf vorbereiten kann. Man kann lernen, lernen, lernen. Wie in der Schule. Und wer mich kennt, weiß: Ich liebe es, Dinge zu planen. Wann mache ich den Führerschein? Wo mache ich ihn? An welchen Tagen besuche ich welchen Theorieunterricht und wie klappt es am besten mit den integrierten Praxisstunden? Das alles lässt sich hervorragend mit Organisation und Planung machen. Doch: Die Praxis ist komplett anders.

Ich habe mir das ungefähr so vorgestellt:
Ich setze mich hinters Steuer, grinse meinen Fahrlehrer an, drehe den Schlüssel um, trete aufs Gas und fahre mit 180 Sachen über die Straßen, damit auch jeder sieht, wie toll ich mein Auto beherrsche.

In Wirklichkeit habe ich jedoch erstmal schmerzlich feststellen müssen, das es eine Kupplung im Auto gibt (wieso sagt einem das eigentlich keiner vorher?), diese extrem gefühlvoll (und motorische Dinge sind so gar nicht meine Stärke!) gemeinsam mit dem Gas gedrückt werden muss und das maximale Tempo 60 beträgt, auch wenn man noch immer die 180 Sachen fahren will. Und du meinst, dass beim Abbiegen nach rechts von einem Landweg auf die Hauptstraße kein Schulterblick notwendig ist? Falsch gemeint. Es gibt Autofahren und es gibt regelkonformes prüfungstaugliches Autofahren. Das ist ein ordentlicher Unterschied.

Nach 3 mal 1,5h zu schnell fahren, übersehen von Vorfahrtsstraßen und Tempo-30-Zonen,         abwürgen vom Auto mitten auf der Kreuzung und angehupt werden von anderen Autofahrern, hatte ich es dann endlich drauf: Ich durfte die Sonderfahrten machen. An diesen 3 Stunden solltet ihr euch jetzt nicht festhalten, schließlich haben einige meiner Freunde über 20(!) gebraucht. Das ist von Person zu Person unterschiedlich.

Die Sonderfahrten waren eigentlich deutlich cooler: Raus aus der City, rauf auf die Autobahn und die Landstraßen. Ich habe die Sonderfahrten als deutlich einfacher empfunden, und bald waren sie auch schon wieder vorbei.

Dann kam schließlich der Tag der Tage: Die Prüfung. Wie bestellt, schüttete es zum ersten Mal seit Tagen, und zwar so richtig. Der Prüfer setzte sich hinten in das Auto hinein und befahl mir, die Nebelschlussleuchte anzumachen.

Check √

Dann ging es los.

Schulterblick, Blinken, raus auf die Straße. Ich muss wenden (ich habe übrigens vor Stress eine Straße gewählt, die sich zwar direkt links neben mir auftat, jedoch keine Möglichkeit zum Wenden gab. Ich habe es zwar geschafft, aber empfehle das definitiv nicht zum nachmachen!), einparken, die Gefahrenbremsung machen (die ist mir perfekt gelungen, auch wenn Eigenlob stinkt :D). Nach 25min. befand ich mich plötzlich wieder auf dem TÜV-Gelände. Ok, durchgefallen. Schließlich geht eine Prüfung ja 45min.. Wenn es nicht so geschüttet hätte, dass Aussteigen eigentlich unmöglich war, wäre ich am liebsten gleich  nach Hause gegangen.

„Bestanden.“

Mehr sagte der Prüfer nicht. Er reichte mir den Zettel mit meiner Prüfungbescheinigung. Jetzt wollte ich gar nicht aussteigen. Moment, was? Wieso? Ich? Ich war vollkommen verwirrt und konnte dann nur noch strahlen.

So aufgeregt wie vor der praktischen Prüfung war ich noch nie gewesen (ich weiß, das hatte vor der theoretischen Prüfung auch schon gedacht…), so erleichtert wie nach ihr auch noch nie. Etwas ungläublig mit dem Zettel in der Hand ging ich nach Hause. Und zwar das letzte Mal gegangen. Demnächst werde ich mit dem Auto kommen…

Führerschein in 7 Tagen?

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Ich bin ein absoluter Schisshase.

Jeder der mich kennt,wird das vermutlich keiner vermuten. Ist aber so. Ich drängele mich nirgendwo gerne vor, wenn meine Eltern 3min. später nach Hause kommen  als angekündigt, kriege ich Panik, übrigens ebenfalls, wenn Papa mit dem Staubsauger in eine bestimmte Ecke in unserem Haus geht (wobei ich da sagen muss, dass sich unser Staubsauger wirklich so anhört als gäbe es ein Massaker bei uns im Haus. Fragt mich nicht warum…) . Kurzum: Eigentlich bin ich für das Autofahren so ungeeignet wie für einen Job als professioneller Spinnenmörder (sobald ich eine sehe, erschrecke ich mich immer total und kreische mindestens so schlimm wie unser Staubsauger in der bestimmten Ecke. Extrem doofe Angelegenheit, vorallem in der mündlichen Latiumsprüfung!). Und dennoch brauche ich ja irgendwie den Lappen. Da wären wir allerdings schon bei Problem 2: Ich habe nie  selten Zeit. Zumindest meinen Eltern und meinen Freunden nach. Ich bin ja der Meinung, dass ich sehr wohl Zeit habe und das ganze eine Frage des Zeitmanagements ist, aber das ist wohl eine weitere Geschichte.

Jedenfalls hatte ich jetzt 7 Tage Zeit, um meinen Führerschein zu machen. Wäre ja mega doof, den an meinem 17. noch nicht zu besitzen!

Sämtliche Weihnachte/Geburtstaggelder waren seit meinem 8.Geburtstag auf ein Führerscheinkonto gegangen, insgesamt 2075€. Damit ging ich dann einfach zur der Fahrschule im nächsten Dorf, schmiss ihnen das Geld auf den Tresen und setzte mich hinters Steuer  und unterschrieb einen ziemlich teuren Vertrag. Alles soweit gut. Erschien mir alles sehr sympathisch, doch innerhalb von 7 Tagen (Mo-Sa, nächste Woche Montag praktische Prüfung) hätte das allerdings noch keiner geschafft und ob mir das nicht bewusst wäre.

Mit solchen Sätzen weckt man meinen Ehrgeiz erst recht, und so kam in der besagten schulfreien Woche folgende Statistik zusammen:

Ich habe…

  • 14 mal 1,5h theoretischen Unterricht bekommen (wobei auch hier die Betonung auf theoretisch liegt. Durch die emsig eingeforderten Raucherpausen anderer Mitführerscheinanwärtern war der Unterricht vielleicht eine Stunde lang. Naja, mir soll’s Recht sein)
  • 8 mal 1,5h im Auto gesessen, wobei ich hier
  • gefühlte 500239x die Geschwindigkeitszeichen übersehen habe und viel zu schnell unterwegs war
  • 7:43 Stunden vor dem Laptop gesessen um meinen Zeiger auf der Prüfungssimulation endlich auf grün zu bekommen
  • 1059 (glaube ich, keine Garantie!) Fragen mehrmals richtig beantwortet, wobei ich
  • bei der einen Aufgabe mindestens 10x der Straßenbahn die Vorfahrt genommen hätte, obwohl ich diese Aufgabe im richtigen Test dann richtig hatte. Überhaupt:
  • theoretische Prüfung mit 0 Fehlerpunkten bestanden und
  • die Praktische dann ebenfalls, obwohl ich mir beim Fahren echt sicher war, dass ich  durchgefallen bin
  • 2215,52€ für diese ganze Schinderei bezahlt habe

 

Ob ich euch die Intensivausbildung weiterempfehle? Ich fand sie klasse, eine Woche frei ist deutlich entspannter als über so viele Wochen hinweg sich alles wieder in den Kopf rufen zu müssen. Auch intensiv die Theorie zu lernen hat richtig was gebracht. Dennoch war meine Ausbildung deutlich teurer als die normale und ich weiß auch nicht, ob sich wirklich jeder von morgens um 8 bis abends um 7 durchgehend konzentrieren kann, und das ist definitiv notwendig. Aber insgesamt habe ich (und nein, das ist nicht wissenschaftlich erwiesen) vielleicht die Hälfte der Zeit aufgewendet, die meine Freundinnen gebraucht haben. Die platzen fast vor Neid. Und ich?

Ich platze auch gerade. Aber vor Stolz und Erleichterung.

Wer genaueres über den theoretischen Teil des Führerscheins wissen will: Schaut rein unter https://wordpress.com/post/ausdemlebenseinesteenagers.wordpress.com/442